Linux Mint Live-USB: ausprobieren, ohne etwas zu löschen
Linux Mint vom USB-Stick starten und in Ruhe ansehen. Windows und Ihre Dateien bleiben, wie sie sind.

Die kurze Antwort: Sie können Linux Mint ausprobieren, ohne an Ihrem Computer etwas zu verändern. Dafür kommt Linux Mint auf einen USB-Stick. Von diesem Stick starten Sie den Computer und sehen sich alles in Ruhe an. Windows und Ihre Dateien bleiben, wo sie sind. Danach ziehen Sie den Stick ab, und alles ist wie vorher.
Fachleute nennen so einen Stick einen Linux Mint Live-USB. Gemeint ist ein USB-Stick, von dem Linux Mint direkt startet, ohne installiert zu werden. Was Linux Mint überhaupt ist, steht im Beitrag Was ist Linux Mint?. Hier geht es nur ums Ausprobieren.
Was Sie brauchen
- Einen USB-Stick mit mindestens 4 GB. Achtung: Alles, was auf dem Stick ist, wird gelöscht. Nehmen Sie einen leeren Stick oder einen, dessen Inhalt Sie nicht mehr brauchen.
- Einen Computer mit Internet für den Download.
- Das Programm Etcher. Damit kommt Linux Mint auf den Stick. Es ist kostenlos und läuft unter Windows. Der Hersteller von Linux Mint empfiehlt es selbst.
So machen Sie den Linux Mint Live-USB
Erstens: Linux Mint herunterladen. Holen Sie Linux Mint nur auf der Herstellerseite linuxmint.com, unter «Download». Aktuell ist die Version 22.3 mit dem Namen «Zena». Nehmen Sie die Ausgabe «Cinnamon». Der Hersteller nennt sie die beliebteste und rät allen, die unsicher sind, mit ihr anzufangen.
Sie laden eine einzige grosse Datei herunter, rund 2,9 GB. Ihr Name endet auf .iso. Eine ISO-Datei ist ein komplettes Abbild des Systems in einer Datei, ähnlich wie früher eine Programm-CD.
Der Hersteller rät, die Datei nach dem Download zu prüfen. So wissen Sie, dass sie vollständig ist und wirklich von Linux Mint stammt. Die Anleitung dazu steht auf derselben Download-Seite.
Zweitens: den USB-Stick bootfähig machen. Bootfähig heisst: Der Computer kann von diesem Stick starten. So machen Sie den Linux Mint USB-Stick unter Windows:
- Etcher herunterladen, installieren und öffnen.
- Die heruntergeladene ISO-Datei auswählen.
- Den USB-Stick als Ziel auswählen. Ihre eingebaute Festplatte blendet Etcher von sich aus aus. So erwischen Sie sie nicht aus Versehen. Schauen Sie trotzdem genau hin, dass wirklich der richtige Stick gewählt ist.
- Auf «Flash!» klicken und warten, bis Etcher fertig ist. Am Schluss prüft Etcher selbst, ob alles sauber auf dem Stick gelandet ist.
Vom Stick starten
Über das Startmenü wählen Sie den Stick nur für diesen einen Start. Die Grundeinstellungen des Computers (das sogenannte BIOS) müssen Sie dafür nicht anfassen.
- Stick einstecken und den Computer neu starten.
- Gleich beim Einschalten die Taste für das Startmenü drücken. Welche Taste es ist, hängt vom Gerät ab: Esc, F1, F2, F8, F10, F11, F12 oder Entf. Meist steht sie beim Start kurz am Bildschirm.
- Im Startmenü den USB-Stick wählen. Danach erscheint ein Menü von Linux Mint. Dort einfach Enter drücken.
- Nach einer Weile sehen Sie den Bildschirm von Linux Mint. Sie sind automatisch angemeldet. Fragt das System doch einmal nach einem Passwort, drücken Sie einfach Enter.
Was in der Probe-Sitzung anders ist
Diese Probe-Sitzung (Fachwort: Live-Sitzung) ist fast wie ein fest installiertes Linux Mint. Der Hersteller nennt drei Unterschiede:
- Sie ist langsamer, weil alles vom Stick kommt. Fest installiert läuft Linux Mint schneller.
- Nichts wird gespeichert. Was Sie einstellen oder anlegen, ist nach dem Ausschalten wieder weg.
- Einige Programme laufen anders oder gar nicht, zum Beispiel die Aktualisierungsverwaltung und die Datensicherung.
Was Sie in der Probe-Sitzung ansehen sollten
Nicht erschrecken: Die Tastatur ist in der Probe-Sitzung amerikanisch eingestellt. Darum sind zum Beispiel Y und Z vertauscht. Das ist kein Fehler. Die Schweizer Tastatur stellen Sie beim Installieren ein.
Nutzen Sie die Zeit, um Linux Mint an Ihrem eigenen Gerät zu testen. Prüfen Sie, was Ihnen im Alltag wichtig ist:
- Verbindet sich das WLAN?
- Kommt Ton aus den Lautsprechern?
- Stimmt die Bildschirmanzeige?
- Funktionieren Maus, Tastatur und Kamera?
- Öffnet der Browser Ihre gewohnten Seiten?
So bleibt wirklich alles, wie es war
Die Probe-Sitzung ändert nichts an Ihrem Computer, solange Sie zwei Dinge lassen:
- Nicht auf «Install Linux Mint» klicken. Dieses Symbol liegt auf dem Bildschirm und startet das Installationsprogramm. Erst dort wird die Festplatte verändert, im schlimmsten Fall ganz gelöscht.
- Die Laufwerke von Windows zu lassen. Zum Ausprobieren brauchen Sie Ihre Windows-Dateien nicht. Lassen Sie sie einfach in Ruhe.
Zurück zu Windows, und wie es weitergeht
Zurück zu Windows geht es so: Linux Mint herunterfahren, Stick abziehen, Computer wieder einschalten. Windows startet wie gewohnt.
Gefällt es Ihnen? Dann ist der nächste Schritt, Linux Mint zu installieren. Das geht vom selben Stick aus. Ab dort wird aber Ihre Festplatte verändert. Darum gilt: vorher die Daten sichern.
Ob sich der Umstieg für Sie lohnt und was dabei auf Sie zukommt, steht im Beitrag Alten PC mit Linux weiternutzen. Wenn Sie das nicht allein machen wollen: Wir sichern Ihre Daten, installieren Linux Mint und richten alles ein, bei uns im Tösstal. Rufen Sie an: 052 383 23 32.
Gut zu wissen
Wird mit dem Linux Mint Live-USB etwas auf meinem Computer gelöscht?
Nein. Gelöscht wird nur der Inhalt des USB-Sticks, wenn Etcher Linux Mint darauf schreibt. Was Sie in der Probe-Sitzung tun, wird nicht gespeichert. Ihre Festplatte wird erst verändert, wenn Sie das Installationsprogramm starten.
Kann ich Linux Mint testen, ohne den Computer neu zu starten?
Ja, in einem Programm, das einen zweiten Computer in einem Fenster nachbildet. Fachleute nennen das eine virtuelle Maschine. Der Nachteil: Sie testen dann nicht Ihr echtes Gerät, also nicht Ihr WLAN und nicht Ihren Ton. Für die Frage «Läuft es auf meinem Computer?» ist der Stick der bessere Weg.
Geht es auch mit Ventoy statt Etcher?
Ja. Ventoy ist ein anderes kostenloses Programm für Start-Sticks. Es löscht den Stick einmal beim Einrichten. Danach kopieren Sie ISO-Dateien einfach darauf und wählen beim Start aus, welche starten soll. Für den ersten Versuch empfehlen wir den Weg, den Linux Mint selbst beschreibt: Etcher.
Der Stick startet nicht. Was nun?
Prüfen Sie zuerst, ob Sie im Startmenü wirklich den Stick gewählt haben. Für sehr neue Geräte bietet Linux Mint eine eigene Ausgabe an, die «Edge»-Ausgabe. Sie ist für den Fall gedacht, dass die normale nicht startet. Klappt es dann noch nicht, rufen Sie uns an.
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