Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten: Mail und Bank
Ein gestohlenes Passwort allein reicht dann nicht mehr. So schützen Sie Mail und E-Banking mit einem zweiten Schlüssel, einmal eingerichtet.

Die kurze Antwort: Die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist ein zweiter Schlüssel für Ihre Konten im Internet. Zum Passwort kommt ein zweiter Nachweis dazu, meist eine Bestätigung auf Ihrem Handy. Wer Ihr Passwort stiehlt, kommt damit allein nicht mehr hinein. Einrichten müssen Sie das nur einmal, am besten zuerst beim Mail-Konto und beim E-Banking.
Was der zweite Schlüssel ist
Sie kennen das vom Bankomaten. Die Karte allein nützt einem Dieb nichts, er braucht auch die PIN. Das sind zwei Schlüssel: etwas, das Sie besitzen, und etwas, das Sie wissen.
Im Internet ist es genauso. Das Passwort ist der erste Schlüssel, Sie wissen es. Der zweite ist etwas, das Sie besitzen, meistens Ihr Handy. Darum heisst das Ganze Zwei-Faktor-Authentifizierung. Faktor heisst hier einfach Schlüssel, Authentifizierung heisst Anmeldung. Oft steht dafür die Abkürzung 2FA.
Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) empfiehlt, die Zwei-Faktor-Authentifizierung überall einzuschalten, wo es geht. Mindestens bei den wichtigen Konten: E-Mail, Online-Banking und soziale Medien.
Warum zuerst das Mail-Konto
Das Mail-Konto ist der Generalschlüssel. Wer ein Passwort vergessen hat, bekommt den Link zum Zurücksetzen per Mail. Das gilt auch für den Dieb. Sitzt er in Ihrem Mail-Konto, kann er sich nach und nach bei Online-Shops, Vereinen und anderen Diensten neue Passwörter schicken lassen. Das BACS nennt das Mail-Konto darum besonders schutzbedürftig.
Ein gutes Passwort ist der erste Schritt, wie im Beitrag Sicheres Passwort beschrieben. Aufbewahren lässt es sich in einem Passwortmanager. Der zweite Schlüssel hilft dann, wenn das Passwort trotzdem in falsche Hände gerät, zum Beispiel weil ein Dienst gehackt wurde.
So richten Sie es beim Mail-Konto ein
Wir zeigen es am Beispiel eines Gmail-Kontos von Google. Bei anderen Anbietern ist es ähnlich: Suchen Sie in den Konto-Einstellungen nach «Sicherheit».
- Konto öffnen. Melden Sie sich in Ihrem Google-Konto an.
- Zur Sicherheit. Tippen Sie auf «Sicherheit und Anmeldung».
- Einschalten. Wählen Sie «2-Faktor-Authentifizierung aktivieren» und folgen Sie der Anleitung auf dem Bildschirm.
- Zweiten Schlüssel wählen. Wir empfehlen eine Authenticator-App, also eine kleine App, die laufend einen neuen Zahlencode anzeigt. Nehmen Sie eine App, die nicht von Google oder Microsoft stammt, zum Beispiel Proton Authenticator aus Genf oder Ente Auth. Beide sind gratis, für Android und iPhone. Beim Einrichten zeigt der Bildschirm einen QR-Code, ein Quadrat aus Punkten. Den scannen Sie mit der App. Schalten Sie in der App gleich die Sicherung ein. Bequemer ist die Bestätigung von Google auf dem Handy: Beim Anmelden erscheint dort die Frage, ob Sie das sind, und Sie tippen auf «Ja». Dann liegt aber auch der zweite Schlüssel bei Google.
- Ersatzcodes ausdrucken. Google bietet sogenannte Backup-Codes an, eine Liste mit Ersatzcodes für den Notfall. Drucken Sie sie aus. Mehr dazu weiter unten.
Nicht bei jeder Anmeldung ein Code
Und jetzt das Gute: Auf Ihrem eigenen Computer müssen Sie nicht jedes Mal einen Code eingeben. Setzen Sie bei der Anmeldung das Häkchen bei «Auf diesem Computer nicht mehr fragen». Dann fragt Google nur nach, wenn sich jemand auf einem fremden Gerät anmeldet. Das Häkchen gehört aber nur auf Geräte, die Sie allein benutzen.
Welcher zweite Schlüssel ist der beste?
- Code aus einer unabhängigen Authenticator-App. Für die meisten die beste Wahl. Der zweite Schlüssel liegt dann nicht beim selben Konzern wie Ihr Konto. Eine App reicht für Ihr Mail-Konto und viele andere Dienste, und die Codes entstehen auf Ihrem eigenen Handy. Die Bestätigung von Google mit «Ja» ist bequem, aber dann hängt auch der zweite Schlüssel an Google.
- Code per SMS. Besser als gar nichts. Google weist aber darauf hin, dass Codes per SMS anfälliger für Angriffe sind.
- Sicherheitsschlüssel. Ein kleines Gerät, ähnlich einem USB-Stick, das Sie kaufen und beim Anmelden mit dem Computer oder Handy verbinden. Am besten gegen gefälschte Anmeldeseiten, aber für den Alltag meist nicht nötig.
Und beim E-Banking?
Beim E-Banking entscheidet die Bank, wie der zweite Schlüssel aussieht. Meist ist es eine App der eigenen Bank auf dem Handy. Darin bestätigen Sie die Anmeldung, manchmal auch grössere Zahlungen. Jede Bank macht es etwas anders.
Darum gilt hier: Richten Sie es genau nach der Anleitung Ihrer Bank ein. Die Seite «eBanking – aber sicher!» der Hochschule Luzern zeigt für viele Schweizer Banken, wie die Anmeldung funktioniert. Und noch eine Regel, die bei Bank und Mail gilt: Den Code oder die Bestätigung geben Sie nie an jemanden weiter. Auch nicht am Telefon, auch nicht an jemanden, der sich als Bank oder Support ausgibt.
Wenn das Handy weg ist
Das ist die häufigste Sorge, und sie ist berechtigt. Darum gehören die Ersatzcodes dazu. Bei Google sind es achtstellige Backup-Codes. Jeder funktioniert genau einmal. Mit einem davon kommen Sie in Ihr Konto, auch ohne Handy. Danach können Sie ein neues Handy einrichten.
Google rät, die Codes an einem sicheren Ort aufzubewahren, zum Beispiel dort, wo auch Ihr Pass liegt. Nicht im Portemonnaie, nicht neben dem Computer. Wer ein zweites Gerät hat, etwa ein Tablet, kann es zusätzlich als Schlüssel eintragen. Auch die Authenticator-App braucht eine Sicherung: Schalten Sie sie in der App ein, sonst sind die Codes beim Handywechsel weg.
Möchten Sie das lieber nicht allein machen? Wir richten die Zwei-Faktor-Authentifizierung mit Ihnen zusammen ein, zu Hause oder im Geschäft, und legen die Ersatzcodes gleich mit an: IT-Support für Privatkunden.
Gut zu wissen
Muss ich jetzt bei jeder Anmeldung einen Code eingeben?
Nein. Auf Ihren eigenen Geräten können Sie sich merken lassen, dass sie vertrauenswürdig sind. Nachgefragt wird vor allem, wenn sich jemand auf einem neuen Gerät anmeldet.
Was mache ich, wenn ich mein Handy verloren habe?
Melden Sie sich mit einem Ihrer Ersatzcodes an und tragen Sie das neue Handy ein. Beim E-Banking rufen Sie Ihre Bank an. Ohne Ersatzcodes wird es mühsam, darum diese gleich beim Einrichten ausdrucken.
Ist ein Code per SMS sicher genug?
Er ist deutlich besser als nur ein Passwort. Funktioniert Ihr Dienst mit einer Authenticator-App, nehmen Sie lieber diese. Am besten eine App, die nicht vom selben Konzern stammt wie Ihr Konto.
Was heisst 2FA?
2FA ist die Abkürzung für Zwei-Faktor-Authentifizierung, also die Anmeldung mit zwei Schlüsseln. Manche Dienste sagen auch «Bestätigung in zwei Schritten».
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