Debian oder Linux Mint? Was auf alte Rechner passt
Die Faustregel geht nach dem Arbeitsspeicher – und es gibt einen dritten Weg, den fast alle übersehen.

Die kurze Antwort: Beide laufen auf alten Geräten. Die Faustregel geht nach dem Arbeitsspeicher: Hat der Rechner 2 GB oder mehr, nehmen Sie Linux Mint — es ist einfacher. Sind es weniger, kommt Debian in Frage; es begnügt sich mit 1 GB. Dafür verlangt Debian mehr Wissen beim Einrichten.
Und dann gibt es einen dritten Weg, den fast alle übersehen: Linux Mint gibt es auch in einer leichten Ausgabe. Damit lösen sich die meisten Fälle, ohne das System zu wechseln.
Zuerst: Wie alt ist «alt»?
Nicht das Baujahr entscheidet, sondern der Arbeitsspeicher.
Der Arbeitsspeicher ist der Platz, den ein Computer zum Arbeiten hat, solange er läuft — je weniger davon, desto zäher wird alles. Unter Windows sehen Sie nach: Windows-Taste drücken, «Info» tippen, den Eintrag «Über Ihren PC» öffnen. Dort steht «Installierter RAM».
Was da steht, entscheidet:
- 8 GB oder mehr: Der Rechner ist nicht das Problem. Hier läuft alles.
- 4 GB: Linux Mint läuft angenehm. Das ist der häufigste Fall bei Geräten, die für Windows 11 zu alt sind.
- 2 GB: Linux Mint läuft, aber knapp. Nehmen Sie die leichte Ausgabe.
- Unter 2 GB: Jetzt wird Debian interessant.
Die Zahlen der Hersteller
Damit das nicht geschätzt ist: Linux Mint verlangt 2 GB Arbeitsspeicher, empfohlen sind 4 GB für angenehmes Arbeiten. Dazu 20 GB auf der Festplatte, empfohlen 100 GB. Der Bildschirm sollte 1024 mal 768 Punkte können.
Debian kommt tiefer. Mit Bildschirmoberfläche — also so, wie Sie einen normalen Computer benutzen — nennt Debian 1 GB als Minimum, 2 GB als Empfehlung und 10 GB Festplattenplatz. Ganz ohne Oberfläche, also für eine Maschine, die nur eine Aufgabe erledigt, reichen 512 MB und 4 GB Platte. Beim Prozessor nennt Debian einen Pentium 4 mit 1 GHz als das Mindeste für einen Arbeitsplatz — das ist Technik aus dem Jahr 2002.
Der Abstand ist real, aber kleiner, als viele denken: Es geht um 1 GB gegen 2 GB.
Der übersehene Zwischenweg: die leichte Ausgabe von Mint
Bevor Sie das System wechseln, schauen Sie hier hin.
Linux Mint gibt es in drei Ausgaben. Sie unterscheiden sich nur in der Oberfläche — dem, was Sie sehen und anklicken. Darunter ist alles gleich:
- Cinnamon ist die vollausgestattete. Sie braucht am meisten.
- MATE ist klassischer und schneller. Der Hersteller schreibt, sie brauche weniger Ressourcen und laufe auf älteren Computern flotter.
- Xfce ist die leichteste. Der Hersteller nennt sie sehr stabil und sehr genügsam.
Erst Xfce probieren, dann über Debian reden
Ein Gerät mit 2 GB, das mit der vollen Ausgabe müht, läuft mit Xfce oft völlig anständig. Und Sie behalten die einfache Bedienung, die Linux Mint ausmacht. Darum unsere Reihenfolge: erst Linux Mint mit Xfce probieren, dann über Debian reden.
Wann Debian wirklich die bessere Wahl ist
Drei Fälle, in denen wir Debian nehmen:
- Sehr wenig Arbeitsspeicher. Unter 2 GB, wo auch die leichte Mint-Ausgabe eng wird.
- Das Gerät soll eine Sache tun und sonst nichts. Ein kleiner Server im Betrieb, ein Rechner, der eine Anzeige antreibt, eine Maschinensteuerung in der Werkstatt. Ohne Bildschirmoberfläche genügen 512 MB — da hilft kein Mint mehr mit.
- Ruhe ist wichtiger als Neuheit. Debian ändert sich selten und ist darauf ausgelegt, lange gleich zu bleiben. Was heute läuft, läuft in drei Jahren gleich.
Und wann nicht
Wenn jemand den Rechner selber einrichten will und sich noch nie damit befasst hat. Debian nimmt einem weniger ab. Das ist keine Schwäche, sondern Absicht — es ist für Leute gebaut, die genau wissen, was sie wollen.
Wer die Einrichtung ohnehin abgibt, für den fällt dieser Unterschied weg. Dann zählt nur noch, was hinterher auf dem Gerät läuft.
Wie lange Sie Updates bekommen
Der Punkt, der im Betrieb am meisten zählt — und beide sind hier stark:
- Linux Mint 22.3 («Zena») ist eine Langzeit-Ausgabe und bekommt Updates bis April 2029.
- Debian 13 («Trixie») erschien am 9. August 2025. Volle Unterstützung bis 9. August 2028, danach zwei Jahre verlängerte Unterstützung bis 30. Juni 2030.
Mehr Zeit, als die Geräte noch vor sich haben
Beides am 12. August 2026 an den Herstellerseiten nachgesehen. Zum Vergleich: Das ist mehr Zeit, als die meisten dieser Geräte überhaupt noch vor sich haben. Der Grund, warum ein Rechner heute ausgemustert wird, ist ja meist genau der — das alte System bekommt keine Sicherheitsupdates mehr.
Wenn Sie weiterlesen wollen
Dieser Beitrag beantwortet nur eine Frage: welches Linux auf ein schwaches Gerät passt. Zwei andere Fragen beantworten wir an anderer Stelle:
- Was ist Linux Mint überhaupt? Die Erklärung von Grund auf steht unter Was ist Linux Mint? Einfach erklärt.
- Soll ich das machen? Ob sich der Wechsel lohnt, was er kostet und was wir übernehmen, steht unter Alten PC mit Linux weiternutzen.
Sie wissen nicht, wie viel Arbeitsspeicher Ihr Gerät hat?
Rufen Sie an, 052 383 23 32, oder bringen Sie es vorbei. Das ist schnell geklärt — und wir sagen Ihnen ehrlich, wenn sich der Aufwand nicht mehr lohnt.
Gut zu wissen
Ist Debian im Alltag schwieriger zu bedienen als Linux Mint?
Kaum — ein Fenster ist ein Fenster, ein Browser ist ein Browser. Der Unterschied liegt beim Einrichten und wenn einmal etwas klemmt. Dort nimmt Linux Mint einem mehr ab.
Kosten beide wirklich nichts?
Ja, beide sind kostenlos, auch im Betrieb. Debian bezeichnet sich selbst als vollständig freies Betriebssystem.
Läuft mein Drucker?
Das lässt sich nicht pauschal sagen, es hängt am Modell. Wir prüfen es vor der Einrichtung — dann wissen Sie es vorher und nicht nachher.
Was kostet die Einrichtung bei Ihnen?
Nach Aufwand: Privatkunden CHF 130.– pro Stunde, Firmen CHF 160.– pro Stunde, jeweils im Viertelstunden-Takt. Den Aufwand schätzen wir vorher ab, damit Sie wissen, woran Sie sind.
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