Betrugsmail erkennen: drei Fragen vor dem Klick
Stellen Sie sich vor dem Klicken drei Fragen – damit entlarven Sie fast jede gefälschte E-Mail.
Stellen Sie sich vor dem Klicken drei Fragen. Damit entlarven Sie fast jede gefälschte E-Mail:
Die drei Fragen
- Habe ich diese Nachricht erwartet?
- Wer steht wirklich als Absender darin?
- Werde ich unter Druck gesetzt?
Warum das reicht
Betrüger haben ein Problem. Sie brauchen eine schnelle, unüberlegte Reaktion. Wer drei Sekunden nachdenkt, ist für sie schon verloren. Genau diese drei Sekunden kaufen Ihnen die drei Fragen.
Fachleute nennen solche Nachrichten Phishing — auf Deutsch etwa «Angeln nach Passwörtern». Der Name ist gut gewählt: Es wird ein Köder ausgeworfen, und es reicht, wenn einer beisst.
Frage 1: Habe ich das erwartet?
Eine Rechnung von einer Firma, mit der Sie nichts zu tun haben. Ein Paket, das Sie nie bestellt haben. Eine Warnung Ihrer Bank, obwohl Sie dort gar kein Konto führen.
Das ist der einfachste und stärkste Filter. Unerwartete Nachrichten, die etwas von Ihnen wollen, sind erst einmal verdächtig — auch wenn sie perfekt aussehen. Und sie sehen heute perfekt aus. Rechtschreibfehler und schiefe Anreden gehören der Vergangenheit an, darauf können Sie sich nicht mehr verlassen.
Frage 2: Wer steht wirklich als Absender darin?
Im Posteingang sehen Sie meist nur einen Namen, zum Beispiel «Post CH AG». Das ist kein Beweis, sondern nur eine Beschriftung. Jeder kann hineinschreiben, was er will.
Lassen Sie sich die echte Adresse anzeigen: am Computer mit der Maus über den Namen fahren, am Handy den Namen antippen. Dann lesen Sie den Teil hinter dem @-Zeichen genau — und zwar von hinten nach vorn. Dort wird getrickst:
- Vertauschte oder verdoppelte Buchstaben, die man beim schnellen Lesen überliest.
- Ein bekannter Firmenname, der zwar vorkommt, aber nicht ganz hinten steht.
- Endungen, die man in der Schweiz nicht erwartet.
Nie auf Links in solchen Mails klicken
Dasselbe gilt für Links. Fahren Sie mit der Maus darüber, ohne zu klicken — unten links zeigt der Browser das echte Ziel. Passt es nicht zum Text, ist die Sache erledigt.
Und die wichtigste Gewohnheit überhaupt: Klicken Sie nicht auf Links in solchen Mails. Rufen Sie die Seite selbst auf, so wie Sie es immer tun. Über Ihr Lesezeichen, über die Adresszeile, über die App. Dann können Sie nicht auf der falschen Seite landen.
Frage 3: Werde ich unter Druck gesetzt?
«Ihr Konto wird in 24 Stunden gesperrt.» «Letzte Mahnung vor Betreibung.» «Bestätigen Sie sofort, sonst geht die Sendung zurück.»
Druck und knappe Fristen sind kein Zufall, sondern das eigentliche Werkzeug. Wer in Eile ist, prüft nicht. Drehen Sie es darum um: Je dringender eine Nachricht wirkt, desto mehr Zeit lassen Sie sich. Echte Geschäftspartner setzen Ihnen keine Frist von 24 Stunden per Mail. Und wenn doch etwas offen ist, erreichen Sie sie über die Nummer, die Sie schon haben.
Der teuerste Fall im Betrieb: die geänderte Kontonummer
Diese Masche trifft Handwerksbetriebe besonders hart, weil sie ohne verdächtige Merkmale auskommt. Sie bekommen eine Rechnung von einem Lieferanten, mit dem Sie seit Jahren arbeiten. Alles stimmt: Logo, Ansprechperson, Beträge, Tonfall. Nur die Kontonummer ist eine andere. Dazu ein freundlicher Satz, man habe die Bank gewechselt.
Das Geld ist weg, sobald es überwiesen ist. Zurückholen ist schwierig.
Die Regel dagegen ist einfach und kostet nichts: Ändert ein Lieferant seine Kontonummer, rufen Sie an. Immer. Unter der Nummer, die Sie schon kennen — nicht unter der aus der Mail. Ein Anruf von einer Minute gegen eine Zahlung, die Sie nie wiedersehen. Machen Sie das zur festen Hausregel, und sagen Sie sie allen, die bei Ihnen Rechnungen zahlen.
Es ist passiert — was jetzt?
Vor allem: nicht schämen und nicht zuwarten. Die ersten Stunden zählen.
- Passwort ändern, sofort — und überall dort, wo Sie dasselbe Passwort noch verwendet haben.
- Bei Geld: die Bank anrufen. Nicht mailen, anrufen. Manche Zahlungen lassen sich aufhalten, wenn man schnell ist.
- Betroffenes Gerät vom Netz nehmen, wenn Sie etwas heruntergeladen oder installiert haben. Netzwerkkabel ziehen, WLAN aus.
- Melden. Beim Bundesamt für Cybersicherheit BACS können Sie den Vorfall über das Meldeformular auf www.ncsc.admin.ch melden. Das hilft, solche Wellen früh zu erkennen.
- Im Betrieb: alle informieren. Wer einen versucht hat, versucht meist auch die anderen.
Was zusätzlich hilft
Die drei Fragen sind der wichtigste Schutz, weil sie im Kopf sitzen und immer dabei sind. Technik nimmt Ihnen den Rest ab:
- Aktuelle Updates auf allen Geräten. Der langweiligste Rat und weiterhin der wirksamste.
- Ein Passwort-Programm statt gleicher Passwörter überall. Dann ist ein erbeutetes Passwort nur ein Passwort und nicht der Generalschlüssel.
- Eine Datensicherung, die getrennt vom Betrieb liegt. Gegen Erpressungssoftware ist das die einzige Antwort, die immer funktioniert. Unsere Lösung backupSWISS gibt es ab CHF 90.– im Jahr.
Unsicher bei einer konkreten Mail?
Leiten Sie sie uns weiter, bevor Sie klicken. Wir schauen sie an und sagen Ihnen, was Sache ist — auch wenn Sie noch kein Kunde sind. Telefon 052 383 23 32. Ist schon etwas passiert, hilft unsere Seite zur Virenentfernung und PC-Bereinigung weiter.
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