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Ratgeber

Router vom Internetanbieter: reicht das als Schutz?

Zu Hause reicht die Box vom Internetanbieter meistens. Im Betrieb reicht sie meistens nicht – und der Grund passt in einen Satz.

Zu Hause reicht die Box vom Internetanbieter meistens. Im Betrieb reicht sie meistens nicht.

Der Grund passt in einen Satz: Sie passt auf, was von aussen hereinkommt — sie schaut aber nicht, was von Ihren Geräten hinausgeht. Und genau dort entsteht heute der Schaden. Kaum jemand bricht noch von aussen ein. Stattdessen klickt jemand im Betrieb auf etwas Falsches, und ab diesem Moment baut das Schadprogramm die Verbindung von innen nach aussen auf. Für die Box sieht das aus wie ganz normales Surfen. Sie lässt es durch.

Was die Box kann — und das ist nicht wenig

Jede Box vom Internetanbieter bringt einen Grundschutz mit. Sie lässt von aussen nichts durch, was nicht vorher von innen angefragt wurde. Wer aus dem Internet einfach so auf Ihren Computer zugreifen will, kommt nicht durch.

Für einen Haushalt mit Laptop, Handy und Fernseher ist das in Ordnung. Wir bauen deshalb nicht bei jedem Kunden eine Firewall ein.

Vier Dinge, die ihr fehlen

Sie sieht nicht, was hinausgeht. Ein Schadprogramm, das schon auf einem Rechner sitzt, darf ungehindert nach draussen funken. Daten abfliessen lassen, Befehle abholen, weitere Programme nachladen — alles kein Problem für die Box.

Sie filtert keine gefährlichen Seiten. Klickt jemand auf einen falschen Link, wird die Seite geladen. Die Box prüft nicht, wohin die Reise geht.

Sie trennt nichts voneinander. Der Besucher, der Ihr WLAN-Passwort bekommt, ist im gleichen Netz wie Ihre Buchhaltung, Ihr Netzlaufwerk und der Server. Auch der Handwerker mit dem Notebook, den Sie nicht kennen, und das smarte Gerät, das niemand mehr aktualisiert.

Sie schreibt nichts mit. Wenn doch einmal etwas passiert, kann niemand sagen, seit wann es läuft und was hinausgegangen ist. Das ist der Moment, in dem es teuer wird — nicht der Vorfall selbst, sondern die fehlende Antwort darauf.

Was eine richtige Firewall zusätzlich macht

Eine Firewall ist ein eigenes Gerät zwischen Ihrem Netz und dem Internet. Sie kontrolliert beide Richtungen, nicht nur eine. Konkret kommt dazu:

  • Sie erkennt Angriffsmuster im Datenverkehr und schlägt Alarm.
  • Sie blockiert bekannte Schadseiten, bevor der Browser sie überhaupt lädt.
  • Sie erlaubt sicheren Zugriff von unterwegs — verschlüsselt, statt den Server einfach ins Internet zu stellen.
  • Sie trennt Netze. Gäste kommen ins Internet, aber nicht an Ihre Daten.
  • Sie protokolliert. Im Ernstfall haben Sie eine Spur statt eines Rätsels.

Warum wir OPNsense nehmen

OPNsense ist die Software, die auf so einem Gerät läuft. Drei Gründe sprechen dafür:

Der Programmcode liegt offen. Jeder kann nachsehen, was die Software tut. Bei einem Gerät, durch das Ihr gesamter Datenverkehr läuft, ist das ein Argument.

Der Unterbau ist erprobt. OPNsense baut auf FreeBSD auf — ein Betriebssystem, das vor allem auf Servern und Netzwerkgeräten zu Hause ist.

Sie wird gepflegt. Stand August 2026 ist Version 26.7 aktuell. Sicherheitsaktualisierungen kommen laufend nach.

Was das an Technik braucht

Der Hersteller nennt als Minimum einen Prozessor mit 1 GHz und zwei Kernen, 3 GB Arbeitsspeicher und 4 GB Speicherplatz. Empfohlen sind 1,5 GHz mit mehreren Kernen, 8 GB Arbeitsspeicher und eine 120-GB-SSD.

Im Klartext: Es braucht keinen Serverschrank. Ein kleines, sparsames Gerät genügt, das neben dem Internetanschluss steht.

Wer das nicht braucht — ehrlich gesagt

Wenn Sie allein arbeiten, keinen Server haben, keine Kundendaten auf dem Rechner liegen und ohnehin alles bei einem Anbieter im Netz liegt, dann lohnt sich eine Firewall nicht. Stecken Sie das Geld in eine saubere Datensicherung. Die rettet Sie im Ernstfall zuverlässiger als jedes Gerät.

Sinnvoll wird es, sobald einer dieser Punkte zutrifft:

  • Mehrere Personen arbeiten im gleichen Netz.
  • Es gibt einen Server oder ein Netzlaufwerk mit Firmendaten.
  • Jemand greift von unterwegs oder von zu Hause auf Firmendaten zu.
  • Kunden, Besucher oder fremde Handwerker nutzen Ihr WLAN.
  • Sie arbeiten mit Personendaten und wollen im Zweifel belegen können, was passiert ist.

Was es kostet

Das Gerät gibt es bei uns ab CHF 590.–. Dazu kommt die Einrichtung nach Aufwand: für Firmen CHF 160.– pro Stunde, abgerechnet im 15-Minuten-Takt. Was in Ihrem Netz nötig ist, schauen wir vorher gemeinsam an — Sie sollen wissen, wofür Sie zahlen.

Unsicher, ob sich das bei Ihnen lohnt?

Dann fragen Sie. Wir schauen uns Ihr Netz an und sagen ehrlich, was nötig ist und was nicht. Mehr dazu auf unserer Seite OPNsense Firewall & Netzwerksicherheit oder direkt unter 052 383 23 32.

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